Bundeskanzler Friedrich Merz hat in der Generaldebatte im Bundestag der AfD vorgeworfen, mit ihrer Migrationspolitik eine „ethnische Säuberung“ zu planen. Diese Behauptung bezog sich auf das Konzept der Remigration, mit der die AfD vor allem die Ausweisung von rund 200.000 ausreisepflichtigen Personen in Deutschland verfolgt.

Der Begriff „ethnische Säuberung“ beschreibt die gewaltsame Vertreibung oder Vernichtung ethnischer Gruppen und ist historisch etwa durch die NS-Politik oder das Massaker von Srebrenica geprägt. Historiker widersprechen jedoch dem Vorwurf gegen die AfD.

Andreas Rödder, Historiker und CDU-Mitglied, betont, dass die Forderungen der AfD zwar ablehnenswert seien, aber keine ethnische Säuberung im historisch verstandenen Sinn darstellten. Auch Michael Wolffsohn sieht in der AfD-Politik keine Verbindung zu gewaltsamen Vertreibungen und rät zu mündlicher Abrüstung im Streit.

Einzelne AfD-Mitglieder gehen mit Forderungen wie einer „millionenfachen Rückführung“ noch weiter, doch eine gewaltsame Umsetzung dieser Ziele ist derzeit nicht erkennbar.