Berlin erlebt derzeit eine der schwerwiegendsten Cyberattacken seiner Geschichte. Laut Informationen von Insidern sind über Monate hinweg wiederholt Hackerangriffe auf die IT-Systeme des Landes Berlin erfolgt, unter anderem auch auf Daten kritischer Infrastrukturen und Bundesbehörden.
Die Cybergruppe „Rhysida“, die einem Russland-nahen Kollektiv zugeordnet wird, drang dabei nach Erkenntnissen aus internen Quellen über ein E-Mail-Konto des Bezirksamts Mitte und die Bezirksverwaltung Neukölln in das Landesnetz ein. Der Umgang mit der IT-Sicherheit sorgte dabei für erhebliche Kritik.
Der ehemalige Digital-Staatssekretär Matthias Hundt beschrieb Berlins Netzwerk als „offen wie ein Scheunentor“ und bemängelte fehlende Übersicht über eingesetzte Systeme und Sicherheitssoftware in Senat und Bezirken. Diese Einschätzung wurde von Hundt selbst nicht dementiert.
Zudem gab es Berichte über multiple komplexe Strukturen und mangelnde Koordination in der Berliner IT-Landschaft, die offenbar auch Auswirkungen auf Bürgerdienste und die Verwaltung haben. Das landeseigene IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) wurde als verantwortliche Stelle für die Netzwerke von Land und Bezirken sowie die Schnittstellen zu Dienstleistern genannt.
Dort herrschen demnach erhebliche Probleme, die auch bei früheren Cybervorfällen wie dem Angriff auf das Stromnetz im Januar eine Rolle gespielt haben könnten. Ein Dienstleister mit Zugriff auf sensible Lagepläne wurde im Juni 2025 gehackt, wobei umfassend Daten verloren gingen.
Zudem wird vermutet, dass die Angriffe auf das Heizwerk in Neukölln im März sowie der Ausfall von Berliner Justizsystemen ab Juli mit demselben Ursprung zu tun haben. Ein US-Cybersicherheitsexperte wies darauf hin, dass Verbindungen zu Systemen der Bundesregierung bestehen könnten, was die Bedeutung des Vorfalls noch erhöhen würde.
Die Ermittlungen dauern an, während die Senatskanzlei vorerst keine gesicherte Information zum Ursacheort des Angriffs im Bezirksamt Mitte bestätigen kann.
