Die Gemeinde Gerstungen im Wartburgkreis denkt über einen möglichen Wechsel von Thüringen nach Hessen nach. Bürgermeister Daniel Steffan (CDU) hat das Thema in den Gemeinderat eingebracht.
Die Gemeinde mit rund 8700 Einwohnern sieht sich vor allem in Infrastrukturfragen gegenüber Hessen benachteiligt. Straßen seien teilweise in schlechtem Zustand und die Region werde beim Ausbau der Bahnstrecke Bebra-Erfurt nicht ausreichend berücksichtigt.
Auch Probleme mit Personalengpässen und Unterrichtsausfällen an Schulen verschärfen die Situation. Immer mehr Familien schicken ihre Kinder deshalb bereits an hessische Schulen.
Zudem scheinen Unternehmen in Hessen bessere Bedingungen anzutreffen; während in Gerstungen bürokratische Hürden die Ansiedlung erschweren. Ein weiteres Ärgernis ist für Steffan das mangelnde Engagement der Thüringer Regierung bei der Insolvenz eines wichtigen Arbeitgebers mit rund 550 Arbeitsplätzen in der Region.
Ein Wechsel des Bundeslandes erfordert jedoch einen Staatsvertrag zwischen Thüringen und Hessen oder ein Bundesgesetz, zudem müssen politische Zustimmungen auf Landes- und Bundesebene erfolgen. Die Gemeinde will mit dem Vorstoß vor allem die Landespolitik wachrütteln und um mehr Unterstützung werben.
