Die Sommersaison 2023 hat für die Landwirte in Deutschland deutliche Ertragseinbußen bei wichtigen Feldfrüchten gebracht. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministers Alois Rainer (CSU) liegt die Maisernte um 16 Prozent unter dem Durchschnitt, der Raps wurde um 11,5 Prozent geringer geerntet als im Vorjahr.
Das Sommerwetter mit anhaltender Dürre und hohen Kosten, insbesondere für Diesel, belastet die Agrarbetriebe stark. Die Getreideernte sank insgesamt um rund sieben Prozent, wobei Winterweizen mit einem Rückgang von über zehn Prozent besonders betroffen ist.
Auch bei Zuckerrüben sind Ertragseinbußen von sieben Prozent pro Hektar festzustellen, gepaart mit einer um 16 Prozent schrumpfenden Anbaufläche. Während die Apfelernte voraussichtlich fünf Prozent unter dem Zehnjahresschnitt liegt, konnten Kirschen und Pflaumen mehr Früchte liefern.
Spargel- und Hopfenernten gingen ebenfalls zurück. Vor dem Hintergrund der schwierigen Lage bezeichnete Minister Rainer die Situation als „massive Krise von nationaler Tragweite“.
Um das drohende Strukturproblem in der Landwirtschaft zu verhindern, stellte er finanzielle Hilfen bereit. Das Unterstützungspaket der Landwirtschaftlichen Rentenbank wird um 300 Millionen Euro auf insgesamt 500 Millionen Euro aufgestockt.
Daneben laufen Gespräche mit dem Bundesfinanzministerium über zusätzliche Fördermaßnahmen, etwa eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage. Bauern in besonders betroffenen Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg sehen sich bereits gezwungen, Tiere früher als sonst zu schlachten, da Futtermangel droht.
